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Pollack: Erfolgreiche Rückkehr aufs Holzoval
[Januar 2007] dpa
Der 33-jährige Straßensprinter und Wiesenhof-Felt-Zugang Olaf Pollack feiert in diesem Winter eine beeindruckende Rückkehr auf die Sechstage-Pisten. Jahrelang duellierte er sich als schneller Mann im Trikot von Gerolsteiner und T-Mobile mit den Größen der Szene wie Erik Zabel und Tom Boonen. Beim Giro 2004 und 2006 trug er sogar das Rosa Trikot des Spitzenreiters. Gelernt aber hat er sein Handwerk auf der Piste, und dahin ist er zumindest zeitweilig zurückgekehrt.
Drei Starts in diesem Winter hat ihm sein neues Team Wiesenhof erlaubt, nachdem er bei T-Mobile etwas überraschend «aussortiert» worden war: In Bremen wurde er Fünfter, in Stuttgart Dritter und in Berlin zusammen mit dem jungen Himmelstürmer Iljo Keisse aus Belgien erneut Fünfterr. "In Bremen musste ich mich erst einmal richtig quälen, denn der runde Bahntritt ist nicht mehr da. Dann ging es aber immer besser. Zumal ich mit Keisse einen richtigen Klassemann an der Seite hatte", sagte Pollack
Der ehemalige Weltmeister im Bahnvierer und WM-Dritte im Madison von 1999 hat beste Erinnerungen an das Berliner Velodrom. Seine WM-Medaillen hat er hier erkämpft, und im Jahr 2000 war er bereits einmal Zweiter des Berliner Sechstagerennens. Pollacks Haupt- Augenmerk aber liegt weiterhin auf der Straße. Auch wenn er seit dieser Saison nicht mehr in einem ProTour-Team fährt, mit Wiesenhof-Felt hofft er weiter mitzumischen. "Immerhin sind vier Leute von T-Mobile jetzt in dieses Team gewechselt. Wir haben gute Sprinter und mit Steffen Wesemann einen sehr guten Mann für die Klassiker", sagt der Kolkwitzer. Bei allen Rennen in Deutschland will das Team Druck machen, und auch international erhofft sich Wiesenhof-Felt die eine oder andere Überraschung. Erste Einladungen, mit einer Wild-Card bei den großen Rennen dabei zu sein, gibt es bereits. Pollack träumt sogar von der Einladung zu einer großen Rundfahrt: "Mir wäre im Herbst die Vuelta am liebsten", erklärte der Sprinter, der im Februar bei der Algarve-Rundfahrt in die Straßensaison starten wird.
Pollack: Der Unverstandene
[Januar 2007] Esslinger Zeitung
Sein Blick schweift in die Ferne. "Wer weiß, wofür es gut ist", sagt er. Und fügt mit einem gequälten Grinsen an: "Sonst wäre ich nicht hier." Olaf Pollack sitzt im Fahrerlager des Stuttgarter Sechstagerennens und erholt sich von der Jagd. Eigentlich sollte er sich als Top-Sprinter des Teams T-Mobile auf Mallorca auf die neue Straßensaison vorbereiten. So waren zumindest seine Vorstellungen. Die Verantwortlichen des deutschen Top-Radstalls aber dachten anders. Am 4. August vergangenen Jahres teilten sie Pollack mit, dass sie nicht mehr mit ihm planen. Einen Tag später gewann er eine Etappe bei der Dänemark-Rundfahrt. Die Geschichte passt in die Karriere des Kolkwitzers. Er fühlte sich oft unterschätzt und unverstanden. "Ich habe niemals damit gerechnet, dass sie mich gehen lassen", sagt er und die Verbitterung ist herauszuhören. "Ich habe Anfang des Jahres die Erfolge eingefahren, damit das Team ruhig leben kann. Das wurde nicht honoriert."
Bei T-Mobile wollten sie eine Verjüngung und verpflichteten den 20-jährigen Gerald Ciolek vom Team Wiesenhof. Sozusagen im Tausch heuerte der 33-jährige Pollack bei den Karlsruhern an und fährt dort jetzt gemeinsam mit seinen ehemaligen T-Mobile-Kameraden Steffen Wesemann, Jörg Ludewig und Bas Giling in der zweiten Liga. "Das war ein Rückschritt", redet er nicht um den heißen Brei herum. Keine Tour de France, kein Giro d'Italia, bei dem er immerhin zwei Mal das Rosa Trikot trug. Bei der Tour verhinderte am 6. Juni 2003 in Meaux nur ein Massensturz wenige Meter vor dem Ziel einen Etappensieg. "Manchmal hat auch das Quäntchen Glück gefehlt", sagt Pollack und fügt als Bestärkung hinzu: "Ich hatte auch Pech. Vielleicht war ich zu oft zur falschen Zeit am falschen Ort." Beim Team Wiesenhof will er nun beweisen, dass er Recht hatte, als er sagte: "Ich bin der meist unterschätzte Sprinter in Deutschland." Tatsache aber ist, dass er zunächst beim Team Gerolsteiner nicht an Danilo Hondo und später bei T-Mobile nicht an Erik Zabel vorbei kam, dessen Nachfolger er werden sollte. So aber bezeichnet er Zabel, der rein äußerlich auch noch sein Bruder sein könnte, menschlich als größte Enttäuschung. "Erik hat nur genommen, nie gegeben", erklärt er. "Es gab auch gute Zeiten", sagt Pollack schließlich gequält und schließt das Thema T-Mobile ab.
Zumindest erlaubte ihm der Wechsel zum zweitklassigen Wiesenhof-Team die Rückkehr auf die Bahn, wo er 1999 Weltmeister mit dem Vierer wurde. "Ich habe die Bahn nie aus den Augen verloren und will sie auch zur Vorbereitung auf die Sraßensaison nutzen." Zunächst zumindest: "Meine Planungen sahen vor, noch zwei Jahre in der Pro-Tour zu fahren und dann auf die Bahn zu gehen - das muss ich nun um ein Jahr verschieben." Pollack hat die Hoffnung, im kommenden Jahr mit Wiesenhof in die erste Kategorie aufzusteigen und dann wieder an den großen Rundfahrten teilzunehmen. So wie es ihm schon einmal mit Gerolsteiner gelungen ist. Für dieses Jahr gilt: "Ich brauche den Giro nicht unbedingt, die Vuelta ist auch wunderbar." Pollacks Gemütsverfassung ist schwer einzuschätzen. Sie liegt irgendwo zwischen verletzt und kämpferisch. Restlos überzeugend klingt es jedenfalls nicht, wenn er sagt: "Ich muss zufrieden sein, wie es gelaufen ist. Ich habe das Rosa Trikot getragen, die Italiener würden da auf die Knie fallen."
Bis Dienstag gilt Pollacks Konzentration erst einmal der Rundenhatz in der Schleyerhalle. Nach dem fünften Platz in Bremen an der Seite von Marco Villa (Italien) hofft er, hier gemeinsam mit den Niederländern Danny Stam und Peter Schep weiter vorne zu landen. "Auf der längeren Bahn kann ich meine Stärken besser ausfahren." Die Zuschauer jedenfalls freuen sich, dass der gebürtige Sachse in diesem Jahr durchs Holzoval flitzt, während sich sein früheres Team im Süden auf die Straßensaison vorbereitet. "Naja, ich weiß nicht, ob ich in Stuttgart so viele Fans habe", sagt Pollack dazu nur. Vielleicht unterschätzt er sich auch selbst.
Pollack wechselt von T-Mobile zu Wiesenhof
[November 2006] Lausitzer Rundschau
Radprofi Olaf Pollack (Kolkwitz) fährt in der kommenden Saison für das Continental-Team Wiesenhof-Felt. Beide Seiten einigten sich auf einen Einjahres-Vertrag. Ebenfalls zum 16-köpfigen Kader gehört in der neuen Saison der Cottbuser Daniel Musiol. Der 23-Jährige fuhr in der vergangenen Saison in der ProTour für das deutsch-italienische Team Milram, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen und bekam keinen Vertrag.
Pollack stand die beiden vergangenen Jahre in Diensten des T-Mobile-Teams, erhielt aber keinen neuen Vertrag. „Man sollte mich nicht abschreiben. Ich werde nächstes Jahr wieder voll angreifen“, sagte der 33-Jährige nach dem Teamtreffen in Karlsruhe. Pollack erzielte 2006 drei Etappensiege und fuhr beim Giro d’Italia einen Tag im Rosa Trikot des Spitzenreiters.
„Wir haben für das Jahr 2007 unser Augenmerk auf ein konkurrenzfähiges Team gelegt, nachdem klar war, dass uns Leistungsträger wie Gerald Ciolek verlassen werden", sagte Sportdirektor Jens Heppner, der mit einer schlagkräftigen Mannschaft an die Erfolge der abgelaufenen Saison nahtlos anknüpfen möchte. „Als klar war, dass Olaf bei T-Mobile keinen Vertrag mehr bekommen würde, haben wir uns mit ihm in Verbindung gesetzt. Mit Pollack haben wir einen erfahrenen Rennfahrer verpflichtet, der uns bei den großen Aufgaben im kommenden Jahr wichtige Dienste leisten wird.“ Neben Pollack wechseln von T-Mobile auch Steffen Wesemann (Schweiz), Jörg Ludewig (Steinhagen) und Bas Giling (Niederlande) zu Wiesenhof-Felt.



